24. Jan, 2016

Raumansprüche

Die Lebensbedingungen haben sich gegenüber früher für die meisten Katzen stark verändert. Aus Angst vor dem Strassenverkehr haben viele Katzenbesitzer Angst, ihr Tier nach draussen zu lassen. Der ungehinderte Auslauf wird ausserdem durch Einrichtungen wie Etagenwohnungen stark eingeschränkt. Im Parterre lassen sich solche Probleme noch eher durch eine Katzenschleuse lösen. Oft gibt in dicht besiedelten Gebieten die Katzenhaltung Anlass zu Streitereien mit den Nachbarn. 

Viele Katzenhalter beschränken den Lebensraum ihres Tieres auf die Wohnung. Oft ist es auch der Fall, dass Vermieter nur Wohnungskatzen dulden. 

Grundsätzlich soll der Lebensraum der Katze so gestaltet sein, dass er eine katzentypische Lebensweise zulässt und den Bedürfnissen und Ansprüchen des Tieres Rechnung trägt. Der Lebensraum drinnen soll einen möglichst gleichwertigen Ersatz für die Bedingungen in  Freiheit bieten. Auch Wohnungskatzen müssen sich auf katzentypische Weise beschäftigen können, will man keine Verhaltensstörungen auslösen.

Bei der Qualität der Wohnung kommt es weniger auf die m2 an als auf die Räumlichkeiten als solche. Das grösste Zimmer nützt der Katze nichts wenn es nur spärlich ausgestattet ist. Auch Katzen haben das Bedürfnis, sich zurück ziehen zu können. Zurückziehen heisst für die Katze nicht, im gleichen Raum ein Versteck aufsuchen, sondern eine echte Distanz zu schaffen und in einen anderen Raum zu gehen. 

Der Halter bestimmt die Qualität an Lebensraum für seine Katze. Unterschiede bestehen in Grösse und Einrichtung der Wohnung. Die Grösse der Wohnung erreicht selten die Gegebenheiten des natürlichen Aktionsraumes einer Katze. Es ist ein Irrtum zu gleuben, dass Katzen weniger Platz beanspruchen als Hunde. 

Katzen lassen sich nicht zwingend problemlos in der Stadt halten. Auch die Körpergrösse ist kein Kriterium für den Platzbedarf. Viel wichtiger ist die Möglichkeit, arttypische Aktivitäten ausleben zu können.